Baukosten – Tipps & Tricks

In diesem Artikel finden Sie die Antworten auf folgende Fragen

  1. Wie setzen sich die Kosten für den Hausbau zusammen?
  2. Wie erstellt man eine Budgetschätzung für den Hausbau?
  3. Wie und wo lassen sich Kosten einsparen?

Kosten Hausbau

Der Bau des Eigenheims stellt oftmals ein einzigartiges Ereignis im Leben des Bauherren dar. Daher hat der Bauherr selbst oftmals keinerlei oder nur wenig Vorerfahrung bzgl. der anfallenden Kosten im Hausbau. Die Frage nach den Kosten des Hausbaus ist natürlich von den individuellen Wünschen abhängig. Im Durchschnitt belaufen sich die Baukosten für ein Massivhaus in Deutschland auf 320.000€. Die anfallenden Kosten lassen sich generell in 5 Bereiche aufteilen. Je nach Art des Bauvorhabens können die Kosten des Hausbaus jedoch stark variieren. Wichtige Treiber für den Kosten des Hausbaus sind u.a. die Lage des Grundstücks, die Qualität der Innenausstattung und natürlich die Größe des Hauses. Um Ihnen einen groben Überblick über die anfallenden Kosten im Hausbau zu geben, haben wir Ihnen eine kurze Tabelle zusammengestellt.

Bauphase:KostentreiberGeschätzte Kosten
GrundstückserwerbSuche, Kauf90.000 € (deutschlandweiter Durchschnittswert)
Einrichtung BaustelleErdarbeiten, Zufahrtswege10.000-15.000€
RohbauKellerbau, Bodenplatte, Wände, Innenwände, Dach500€ pro m²
InnenausbauSanitär, Ausstattung, Elektrik, Heizung, Türen, Bodenbeläge,400-800€ pro m²
AußenanlageGarage, Carpot, Terrasse, Einfahrt10.000-40.000€

Quelle: Dr. Klein 2017

Die Tabelle zeigt eine sehr grobe Aufteilung der entstehenden Kosten im Hausbau. Im Folgenden werden wir die Kosten der einzelnen Bauphasen etwas genauer betrachten.

Phase 1: Der Grundstückserwerb

Das Grundstück trägt mit ca. 30% enorm zur Höhe der Kosten des Hausbaus bei. Die deutschlandweit durchschnittlichen Grundstückskosten für den Bau eines Eigenheims belaufen sich auf ca. 90.000€. Da Die Preise regional stark schwanken können, ist eine pauschale Schätzung des Grundstückspreises für den Einzelfall nicht möglich. Um Ihnen einen ungefähren Überblick zu geben, haben wir Ihnen einen deutschlandweiten Überblick des Arbeitskreises des obersten Deutschen Gutachterausschusses zur Verfügung gestellt. Durch die hohe Nachfrage nach Bauplätzen sind die Grundstückspreise seit der Erhebung der Statistik um ca. 10{d2c4022c3f65a7b557289d00d7d833a45faff2fd1569cd25c34dbb166aa026d4} gestiegen. Sollten Sie eine detaillierte Information benötigen empfehlen wir Ihnen den Bodenrichtwert Ihres Bundeslandes nachzuschauen. Dieser gibt Ihnen eine gute Planungsgrundlage für Ihr Bauvorhaben.

Abb. 1: Grundstückspreise nach Region (Quelle: AK OGA)

Phase 2: Die Einrichtung der Baustelle

Die Kosten für die Einrichtung der Baustelle, sowie die Erschließung des Grundstücks sind stark von der Beschaffenheit des Grundstücks abhängig. Zu den Leistungen die in der zweiten Phase des Bauens notwendig sind gehören u.a. Erdarbeiten und die Errichtung von Zufahrtswegen. Der Aufwand und somit die Kosten der Erdarbeiten sind für jedes Grundstück unterschiedlich und müssen daher im Einzelfall betrachtet werden. Wir empfehlen hier lieber mit einem kleinen Sicherheitspuffer zu planen und veranschlagen die 2. Phase des Bauvorhabens daher mit mindestens 15.000€. In einigen Fällen können die Kosten zwar deutlich darunter liegen, das zusätzliche Budget kann man jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, bspw. bei der Errichtung der Außenanlagen sehr gut gebrauchen.

Phase 3: Der Rohbau

Der Rohbau ist die wahrscheinlich wichtigste Bauphase. Eine qualitativ hochwertige Bausubstanz im Rohbau ermöglicht den langfristigen Werterhalt der Immobilie. Zu den Kostentreibern im Rohbau gehören diverse Aufgaben, u.a. das setzen des Fundaments, die Errichtung der Außenwände, sowie die Errichtung des Daches. Fehler in der Rohbauphase können später zu deutlichen Zusatzkosten führen und sollten daher vermieden werden. Als guter Anhalt dienen die folgenden Kostenpunkte für die Errichtung des Rohbaus:

KostentreiberKostenpunkt pro m²
Fundament75 – 110€
Außenwände100 – 150€
Zwischendecken120 – 150€
Fassade120 – 150 €

Aufgrund der langfristigen Relevanz des Rohbaus sollten Sie im Rohbau Wert auf die Qualität der Baustoffe legen. Nur so ist sichergestellt, dass der Wert Ihrer Immobilie langfristig erhalten bleibt und keine böse Überraschung auf Sie wartet.

Phase 4: Der Innenausbau

Nach der Fertigstellung des Rohbaus kann der Innenausbau Ihres Eigenheims beginnen. Der Innenausbau entscheidet mit darüber, wie wohnlich Sie Ihr Haus gestalten und ist damit von hoher Relevanz, gerade für die Frau des Hauses. Neueste Erhebung zeigen, dass die Kosten für den Innenausbau den Kosten für den Rohbau mittlerweile übersteigen. Die genauen Kosten für den Innenausbau sind natürlich stark von den Ansprüchen abhängig. Der Innenausbau bietet jedoch bei knappen Budgets auch gute Möglichkeiten um Geld zu sparen. Für die Kosten des Hausbaus sollten Sie beim Innenausbau die folgenden Richtwerte einplanen:

KostentreiberArbeitskostenMaterialkosten
Heizungsinstallation10.000 – 15.000€ 
Elektronik50 – 100€ pro Stunde4.000 – 5.000€
Sanitäreinrichtung45 – 70€ pro Stunde3.000 €
Estrich (Betonboden)20 – 30€ pro Stunde15 – 25€ pro m²
Bodenbeläge20 – 60€ pro Stunde10 – 80€ pro m²
Fenster300€ pro Stunde40 – 60€ pro m²
Türen30 – 40€ pro Stunde150 – 1000€ pro Tür
Rolläden50 – 60€ pro Stunde15€ pro m²
Maler/Tapezierer30 – 40€ pro StundeAb 1€ pro m²

Durch die hohe Nachfrage im Ausbaugewerk kann es bei der Suche nach Handwerkern zu erheblichen Wartezeiten kommen. Sollten Sie ihr Haus in Eigenregie planen und keinen Generalunternehmer oder Architekten beauftragen empfiehlt es sich so früh wie möglich Handwerker zu kontaktieren.

Phase 5: Die Außenanlage

Die Kosten für die Außenanlage eines Einfamilienhauses können sehr unterschiedlich ausfallen und sollten bei den Hausbaukosten stets einkalkuliert werden. Die Kosten sind stark abhängig von der Beschaffenheit des Grundstücks, dessen Größe, sowie den Vorstellungen des Bauherren. Da Bauherren die Kosten für die Außenanlage grundsätzlich unterschätzen empfehlen wir Ihnen mindestens 20.000€ dafür einzuplanen. Zu den Arbeiten die in Bezug auf die Außenanlage durchgeführt werden müssen zählen u.a. Pflasterarbeiten, Terrasse, Gartenbepflanzungen und der Garagenbau. Als Anhalt für die Kostenverteilung können folgende durchschnittliche Richtwerte verwendet werden:

KostentreiberKostenpunkt
Garage10.000 – 20.000€
Carport4.000 – 8.000€
Einfahrt50 – 65€ pro m²
Terrasse60 – 250€ pro m²
Rasen20 – 30€ pro m²
Hecke15 – 30€ pro m²

Außenanlagen eignen sich generell gut zur Eigenleistung. So können nach kurzer Anleitung bspw. Pflastersteine verlegt werden oder Rasen gesät. So können die Kosten des Hausbaus deutlich reduziert werden. Wir haben darüber hinaus einige weitere Tipps, wie Sie die Kosten Ihres Hausbaus reduzieren können.

Die Baunebenkosten

Im Hausbau entstehen zusätzlich zu den Kosten der Errichtung und des Ausbaus des Hauses noch Baunebenkosten, die in der Regel in der Kalkulation der Baukosten nicht auftauchen. Sollten Sie mit einem professionellen Planer zusammenarbeiten, bspw. einem Architekten von architektenfinden.de, sollten Sie unbedingt die Baunebenkosten ansprechen. Diese betragen in der Regel 15-25% der Baukosten und können so leicht mehr als 50.000€ betragen. Zu den Baunebenkosten gehört u.a. das Honorar des Architekten, die Grunderwerbssteuer, die Eintragung ins Grundbuch und ggf. vorhandene Genehmigungskosten.

Die Baufinanzierungskosten

Neben den eigentlichen Baukosten und den Baunebenkosten sollten Sie auch die Baufinanzierungskosten in die Kosten des Hausbaus einplanen. Da Bauvorhaben in der Regel aus einer Mischung aus Eigenkapital (von Ihnen eingebracht) und Fremdkapital (Darlehen von der Bank) besteht und die Verteilung von Fall zu Fall unterschiedlich ist, können die Kosten nur grob geschätzt werden. Für die Kosten der Finanzierung gilt generell: je höher das Darlehen desto höher die Zinskosten und somit auch die Kosten der Finanzierung. Bei der Aufnahme des Kredits sollten Sie unbedingt mehrere Anbieter kontaktieren. Sollten Sie Hilfe bei der Finanzierung benötigen, wenden Sie sich gerne an uns.

Reduzierung der Kosten beim Hausbau

Der Hauspreisindex zeigt, dass sich die Häuserpreise seit 2015 um ca. 10% gesteigert haben. Der Grund dafür ist das gute Zinsumfeld, welches die Nachfrage nach Neubauten nach oben getrieben hat und zu einer Steigerung der Immobilienpreise und Baukosten geführt hat. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten die Kosten des Hausbaus zu reduzieren, sodass Sie sich den Traum von Ihrem Haus erfüllen können.

Eigenleistung

Die erste Möglichkeit des Kosten des Hausbaus zu reduzieren ist einige Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen. Durch die höhere Komplexität beim Rohbau raten wir ihnen dringend davon ab ohne relevante Berufserfahrung Aufgaben des Rohbaus in Eigenleistung durchzuführen. Auch wenn die Ersparnisse attraktiv erscheinen können, ist das Risiko zu groß. Um die Kosten des Hausbaus zu reduzieren sollten Sie deshalb vor allem beim Innenausbau oder bei der Außenanlage versuchen Arbeiten in Eigenleistung zu erledigen. Die wohl geläufigste Eigenleistung ist die Durchführung von Maler- und Tapezierarbeiten. Darüber hinaus kann bspw. das Anlegen des Rasens oftmals in Eigenleistung erledigt werden. So können sie schnell mehr als 10.000€ sparen. Der passende Architekt kann hier oftmals wichtige Tipps geben. Sollten Sie noch auf der Suche nach einem Architekten sein, der Ihren Hausbau begleitet, helfen wir Ihnen gerne den passenden Partner zu finden.

Reduzierung der Kosten durch geringere Bauanforderungen

Sollten Sie die Kosten Ihres Hausbaus signifikant reduzieren wollen, sollten Sie sich einige grundsätzliche Fragen in Bezug auf Ihren Hausbau stellen. Benötigen Sie wirklich einen Keller? Durch Verzicht auf einen Keller können bis zu 30.000€ gespart werden. Kann die Garage ggf. später gebaut werden? So können Sie bis zu 30.000€ auf einen deutlich späteren Zeitpunkt verschieben. Die Frage nach der Notwendigkeit sollten Sie sich bei knappen Budget auch bei der Einrichtung stellen. So reichen die Preise für Küchen bspw. von 5.000€ bis zu 40.000€. Bei knappen Budgets lohnt es sich ggf. vorerst auf high-end Ausstattung zu verzichten und diese später nachzurüsten.

Steuern sparen durch den Hausbau

Die Kosten des Hausbaus können Sie zusätzlich indirekt über die zu zahlenden Steuern reduzieren. Grundsätzlich sind folgende Möglichkeiten zur Reduzierung der Steuern gegeben:

  • Grundstückskauf und Hauskauf sollten mit separaten Verträgen umgesetzt werden, da so die Grunderwerbsteuer lediglich auf den Grundstückspreis berechnet wird
  • Hilft der Makler bei der Immobilienfinanzierung können die Kosten für diesen Teil der Leistung von den Werbungskosten abgesetzt werden
  • Handwerkskosten die nach Bezug des Hauses entstehen können mit bis zu 1.200€ jährlich von der Steuer abgesetzt werden
  • Durch ein Arbeitszimmer im Haus können bis zu 1250€ Werbungskosten für geltend gemacht werden

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