Glossar

Das Bauen kann schon mal kompliziert werden, vor allem wenn man zum ersten Mal selber Bauherr oder Bauherrin wird. Das muss aber nicht sein! Wir haben hier die wichtigsten Fachbegriffe und Bauvorhaben aus dem Fachbereich der Statik für Sie definiert!

Ausführungsplanung

Die Ausführungsplanung beschreibt einen wichtigen Bestandteil der Planungsphase bei der Entstehung von Bauwerken. Basierend auf den genehmigten Entwürfen wird ein ausführungsreifer Plan erstellt, der später als Grundlage für die Bauarbeiten dient und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten vereinfacht. Ziel dieser Phase ist es, einen Plan zu erstellen, der alle für die Ausführung der Bauarbeiten notwendigen Informationen enthält. Hierzu zählen vor allem aussagekräftige Detailzeichnungen sowie Angaben zu Materialien, Herstellern und Verarbeitungshinweise. 

Baugrundgutachten

Bei Baugrundgutachten handelt es sich um geotechnische Berichte, die Auskunft zu den geologischen und hydrogeologischen Beschaffenheiten des Baugrunds geben. Hierfür wird ein Sachverständiger für Geotechnik benötigt der unter anderem Untersuchungen der Bodenproben, Grundwasserverhältnisse sowie relevante Labor- und Feldversuche durchführt. Auf diese Weise werden wichtige Erkenntnisse über die Wechselwirkung zwischen dem Baugrund und dem Bauwerk gesammelt und gemäß der geltenden Normen DIN 4020 zu einem Gutachten verfasst. Des Weiteren bilden Baugrundachten die Grundlage für die im Eurocode EC 7 geforderten Nachweise zur Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit. 

Baustatik

Die Baustatik ist die Lehre von Sicherheit und Zuverlässigkeit von Konstruktionselementen, insbesondere von Tragwerken. Eine wesentliche Aufgabe der Baustatik ist es die Kräfte, die auf ein Bauwerk sowie zwischen den einzelnen Bauelementen wirken zu berechnen und auszulegen. Hierzu gehört zum Beispiel das Eigengewicht des Bauwerkes und der zugehörigen Bauelemente, aber auch Möbel, Menschen oder Umwelteinflüsse spielen eine Rolle. Diese Berechnungen werden als Grundlage für den Entwurf des Tragwerks verwendet und garantieren die Standsicherheit des Bauwerks. 

Bestandsanalyse

Die Bestandsanalyse analysiert und bewertet den Zustand und die Gebrauchstauglichkeit von bestehenden Gebäuden. Sie dient als Grundlage für alle weiteren Planungs- und Baumaßnahmen am betroffenen Gebäude. Im Wesentlichen kann die Bestandsanalyse in zwei Phasen gegliedert werden. In der Phase der Bestandsaufnahme werden vor allem wesentliche Informationen zur Geometrie des Gebäudes sowie zum Zustand der vorhanden Baukonstruktion, Baustoffe und Gebäudetechnik gesammelt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden im nächsten Schritt die Bauwerkszustände beurteilt und mögliche Schadensursachen ermittelt. Zuletzt werden Sanierungsempfehlungen festgehalten.

Bestandstatik

Die Bestandsstatik gibt Auskunft über die Gebrauchstauglichkeit und Tragfähigkeit von Bestandsgebäuden. Ein Tragwerksplaner untersucht dafür das bestehende Tragwerk sowie die Baustoffe. Eine Beurteilung der Bestandsstatik ist grundlegend für alle folgenden Umbauarbeiten an einem Bestandsgebäude. 

Bewehrung

Von Bewehrung oder Armierung wird gesprochen, wenn Baustoffe in Beton eingelegt werden, um so dessen Belastbarkeit zu vergrößern.

Bewehrungsplan

Bewehrungspläne enthalten ausführliche Details zur Herstellung von Stahlbeton. 

Auf Grundlage der Schalpläne sowie der statischen Berechnungen werden Angaben zur Verlegung von Bewehrungen zeichnerisch dargestellt. Zudem werden tabellarische Angaben über Anzahl, Maße sowie zum Material der Bewehrung hinzugefügt.

Dachgeschossausbauu

Unter einem Dachgeschossausbau versteht man den Umbau von Dachböden zu Wohnzwecken. 

Je nach Bundesland und Ausmaß des Umbaus sind eine Vielzahl baurechtlicher und genehmigungspflichtiger Anforderungen zu beachten. Außerdem kann der Dachgeschossausbau, zum Beispiel beim Einbau einer Dachgaube, zu erheblichen Eingriffen in die Statik des Gebäudes führen. Aus diesem Grund sollten die geplanten Umbauarbeiten vorab von einem Statiker auf die Realisierbarkeit geprüft werden. 

Deckendurchbruch

Öffnungen in der Decke, werden auch als Deckendurchbruch bezeichnet. Sie werden zum Beispiel für den Einbau von Kaminen oder Treppenöffnungen benötigt, aber auch zum Verlegen von Leitungen. 

Geschossdecken Renovierung

Geschossdecken trennen in einem Gebäude die Etagen voneinander. Abgesehen von ihrer statischen Funktion haben sie auch einen großen Einfluss auf den Schall- und Wärmeschutz. Die Dämmung der obersten Geschossdecke sowie der Kellerdecke sind gemäß der Energiesparverordnung (EnEv 2014) zwecks Wärmeschutz in vielen Fällen verpflichtend. Eine Renovierung der verbleibenden Geschossdecken ist hinsichtlich der Schalldämmung ebenfalls sinnvoll. 

Grundrissänderung

Von einer Grundrissänderung wird gesprochen, wenn die Raumverteilung in einem Gebäude verändert wird. Häufig werden Grundrissänderungen im Zuge von Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Wand- und Deckendurchbrüche können sich hierfür anbieten 

HOAI

Die Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) ist eine Verordnung des Bundes in der die Vergütung von Architekten und Ingenieure geregelt wird. Die HOAI gilt für jeden der darin festgelegte Grundleistungen der Flächen-, Objekt- und Fachplanung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erbringt. Ziel der Verordnung war es einen Preiskampf innerhalb der Branche zu verhindern und die Qualität der Leistungen zu sichern. Allerdings gelten die in der HOAI geregelten Honorare nicht mehr verpflichtend, da der EuGH sie in seinem Urteil vom 04.07.2019 für rechtswidrig erklärt hat. Die Europarechtswidrigkeit bezieht sich auf die Verbindlichkeit der Mindest- und Höchsthonorarsätze und nicht auf die HOAI als Ganzes. 

Des Weiteren werden in der HOAI die Leistungen an Gebäuden, Freianlagen und raumbildende Umbauten in neun Leistungsphasen gegliedert:

  1. Grundlagenplanung 
  2. Vorplanung
  3. Entwurfsplanung 
  4. Genehmigungsplanung 
  5. Ausführungsplanung
  6. Vorbereitung der Vergabe
  7. Mitwirkung bei der Vergabe 
  8. Objektüberwachung
  9. Objektbetreuung und Dokumentation 

Die Zusammenrechnung aller neun Leistungsphasen ergeben 100 Prozent eines gedachten Architektenhonorars.

Neubau

Da es keine festgelegte Definition für von Neubau gibt variiert die Auslegung je nach Anlass und Rechtsgebiet. Im Mietrecht zum Beispiel gelten Bauwerke als Neubauten, wenn sie nach dem Tag der Einführung der deutschen Mark (20.06.1948) bezugsfähig waren. In der Regel spricht man bei Neubauten von kürzlich erbauten oder wieder errichteten Bauwerken. Sie grenzen sich durch den Baustil und das verwendeten Material von den Altbauten ab.

Nutzungsänderung

Man spricht von Nutzungsänderungen, wenn die zuvor genehmigte Nutzungsart von Räumen verändert werden soll. Ein Beispiel hierfür ist der Umbau von Dachböden zu Wohnräumen. In der Regel sind die meisten Nutzungsänderungen genehmigungspflichtig, dies kann jedoch je nach Bundesland abweichen. 

Positionsplan

In einem Positionsplan werden die statischen Berechnungen in Bauzeichnungen dargestellt. Hierfür werden die Maße des Tragwerks, der tragenden Bauelemente sowie die Spannungsrichtung plattenartiger Bauteile. Zudem werden Angaben über die Festigkeitsklassen von Baustoffen tragender Bauelemente gemacht.

Schalplan

Schalpläne sind Ausführungspläne, die von Statikern angefertigt werden. Sie enthalten Angaben zu Bauteilen die vollständig oder zum Teil aus Beton bestehen und zur Tragfähigkeit des Bauwerks beitragen. Grundlegend für die Erstellung von Schalplänen sind Ausführungspläne, die im Vorfeld von Architekten angefertigt wurden. Die ausführliche Darstellung der Betonbauteile sowie aller relevanten Details und Einbauteile wird anschließend als Vorlage zur Herstellung der Schalung verwendet. 

Schalung

Als Schalungen bezeichnet man Gussformen, die bei der Arbeit mit fließfähigem Beton verwendet werden. Hierfür wird der Beton in die Schalung gefüllt und erhält nach dem aushärten die gewünschte Form.

Setzung

Unter Setzung versteht man die vertikale Bewegung von Bauwerken oder Bauelementen durch Verformungen im Baugrund. Man unterscheidet zwischen gleichmäßigen und ungleichmäßigen Setzungen. Je nach Art und Grad können Setzungen zu Rissbildungen oder Schiefstellungen führen und somit die Standsicherheit des Bauwerks gefährden. Setzungen können sowohl Folge von Umwelteinflüssen als auch der eigenen statischen Belastung des Bauwerks sein.

Setzungsempfindlichkeit 

Die Setzungsempfindlichkeit des Baugrunds hängt von der Beschaffenheit des vorhandenen Bodens ab. Beispielsweise gelten besonders weiche Böden wie Torf als setzungsempfindlich. Des Weiteren kann die Setzungsempfindlichkeit von veränderten Grundwasser Verhältnissen beeinflusst werden. 

Standsicherheitsnachweis 

Der Standsicherheitsnachweis beschreibt den rechnerischen Nachweis für die Stabilität eines Bauwerks und ist in der 4. Leistungsphase des HOAI nach § 51 geregelt. Maßgeblich sind hierfür Berechnungen aus der Baustatik, der technischen Mechanik sowie der Geotechnik.

Tragwerk

Als Tragwerk bezeichnet man die lastentragenden Elemente eines Bauwerks wie Wände, Balken, Stützen, Decken und die Gründung. Ihre Aufgabe ist es, die Standfestigkeit des Bauwerks zu gewährleisten. Man unterscheidet hierbei zwischen zwei verschiedenen Arten von Lasten: den ständigen Lasten und den nichtständigen Lasten. Zu den ständigen Lasten gehört zum Beispiel das Eigengewicht des Bauwerks sowie andere unveränderliche Bauteile, während die nichtständigen Lasten je nach Klima, Geologie und Ausstattung des Bauwerkes variieren. 

Tragwerksplaner

Tragwerksplaner oder auch Statiker genannt sind zuständig für den Entwurf eines tragfähigen und gebrauchstauglichen Bauwerks. Unter berücksichtigung der wirkenden Kräfte, der Bau- und Werkstoffbeschaffenheit sowie der geologischen Gegebenheiten des Baugrunds entwirft der Statiker das Tragwerk. Des Weiteren sind sie gemäß § 51 des HOAI für den Standsicherheitsnachweis zuständig. Ziel ist es die Gebrauchstauglichkeit und Tragfähigkeit eines Bauwerks mit Ästhetik und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren. 

Verkehrslasten 

Verkehrslasten werden den nichtständigen Lasten zugeordnet und beschreiben die vorübergehenden Einwirkungen auf ein Bauelement. Zu ihnen gehören Menschen, Einrichtungsgegenstände aber auch Umwelteinflüsse wie Wind oder Schnee. 

Wanddurchbruch 

Unter einem Wanddurchbruch versteht man Öffnungen in Wänden. Diese werden benötigt, um beispielsweise Fenster oder Türen in eine Wand einzusetzen. Des Weiteren sind Wanddurchbrüche erforderlich für das entfernen von Wänden. Für einen Wanddurchbruch ist eine Prüfung der Statik notwendig, da Wände zu den tragenden Bauelementen gehören können und damit die Standsicherheit eines Bauwerks beeinflussen.

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