Was macht ein Statiker?

Bauexperten, die sich mit der Berechnung von Wand- und Deckenstärken eines Hauses beschäftigen, werden als Statiker oder auch Baustatiker bezeichnet. Zu ihren Berechnungen gehört beispielsweise die genaue Bestimmung der benötigten Menge des Bewehrungsstahls für eine Betonplatte. Aber auch andere Werte müssen berechnet werden, so zum Beispiel der Holzquerschnitt einer Firstpfette.

Die Aufgaben des Statikers im Detail

Die Aufgaben eines Statikers gehen aber noch weiter. Auch für die finanzielle Planung eines Gebäudes sind sie sehr wichtig. Durch ihre genaue und präzise Planung des Baues können Kosten deutlich eingespart werden.

Eine andere Bezeichnung für den Statiker ist Tragwerksplaner. Den Tragwerksplaner brauchen Sie immer dann, wenn Sie entweder bauliche Änderungen an einem bereits bestehenden Gebäude planen, oder wenn es sich um die Erstellung eines Neubaus handelt. Das gilt sogar dann, wenn Sie gar keinen Umbau planen, sondern lediglich einen schweren Kaminofen aufstellen möchte, der auf einer Holzbalkendecke platziert werden soll. Hier kann nur ein Statiker beurteilen, ob diese bauliche Veränderung überhaupt möglich ist.

Gerade das Entfernen von Zwischenwänden in einem Haus bedarf stets der Beurteilung eines Fachmannes, das gilt vor allem in Altbauten. Häufig sind hier die Wände zwar als nicht tragend bezeichnet, allerdings kann es im Laufe der Jahre zu sogenannten Setzungsprozessen kommen, wodurch diese ursprünglich nicht tragenden Wände nun doch eine tragende Funktion übernehmen. Würden Sie also eine solche Wand ohne jede Überprüfung durch einen Tragwerksplaner entfernen, kann es zu Rissbildungen oder anderen Problemen kommen.

Der Statiker wird auch Tragwerksplaner genannt, da er das Tragwerk von privaten Gebäuden, Ingenieurbauwerken sowie von anderen baulichen Anlagen entwirft. So ist es unerlässlich, dass er ein Teil des Bauvorhabens ist, zumal er auch derjenige ist, der nach dem Bauordnungsrecht die erforderlichen Standsicherheitsnachweise erstellt. Zu seinen Aufgaben gehören sowohl die Grundlagenermittlung, der Konstruktionsentwurf sowie die Ausführungsplanung und Herstellungsüberwachung.

Der Statiker überprüft die bereits erstellten statisch-konstruktiven Unterlagen auf ihre Vollständigkeit und Richtigkeit. Ebenso ist er für die Einhaltung entsprechender Regeln zuständig.

Die statisch-konstruktive Planung unterliegt einer bestimmten Vorgehensweise, um eine korrekte und damit auch sichere Bauausführung zu gewährleisten. Alles beginnt mit der Ermittlung der Grundlagen. Hier kommt es zu den ersten Kontakten mit dem Bauherrn und dem Architekten. Im Anschluss erfolgt dann der statisch-konstruktive Vorentwurf. Hier finden sich beispielsweise die Baustoffe ebenso wie die Bauart oder auch das Herstellungsverfahren. Auch das Konstruktionsraster oder eine erforderliche Fugenteilung und die Gründungsart einschließlich Baugrubensicherung werden hier festgelegt.

Im Anschluss kommt es zur Erstellung des Konstruktionsentwurfs. Dieser beinhaltete eine überschlägige statische Berechnung und Bemessung. Als nächstes wird die Einreichplanung erarbeitet, die mit allen am Projekt Beteiligten und den Behörden abgestimmt wird. Erst jetzt wird die detaillierte statische Berechnung erstellt. Sie ist die Grundlage für die Ausführungspläne.

Um eine Baugenehmigung zu erhalten, müssen Sie den Standsicherheitsnachweis erbringen, da er ein Teil der sogenannten bautechnischen Nachweise ist.

Die statischen Berechnungen sind die Grundlage, um die Konstruktionszeichnungen für die tragenden Bauteile anzufertigen. Realisiert wird das dann durch die gängigen CAD-Lösungen. Alle für die Sicherheit wichtigen Informationen sind in den Konstruktionsplänen enthalten.

Die Landesbauordnung besagt, dass der Statiker nicht nur für die Standsicherheitsnachweise zuständig ist, sondern dass zu seinen Leistungen auch der rechnerische Nachweis der jeweils geforderten Schall-, Brand- und Wärmeschutzwerte gehört.

Ebenso ist er dafür verantwortlich, die Richtigkeit der Prüfstatik zu überprüfen. Damit Sie eine Benutzungsbewilligung zu erhalten, benötigten sie den Prüfbericht, der nicht selten das letzte fehlende Papier darstellt.

Die Beauftragung eines Statikers

Wenn Sie einen Neubau planen, dann gehen Sie in der Regel so vor, dass Sie einen Architekten beauftragen, um Ihr zukünftiges Haus zu planen. Parallel dazu wird ein Statiker beauftragt, der in aller Regel vom Architekten vorgeschlagen wird. Im Bereich des Einfamilienhausbaus ist es häufig so, dass der Architekt meist schon die Vordimensionierung vornimmt, die er dann von einem Statiker rechnerisch überprüfen lässt.

Auch wenn Sie eine Umbaumaßnahme planen, werden Sie in aller Regel zunächst einen Architekten zur Überprüfung der baurechtlichen Zulässigkeit beauftragen. Dieser schätzt dann zunächst ab, ob die Standsicherheit gegeben ist und empfiehlt dann eventuell, einen Tragwerksplaner zu beauftragen. Aber natürlich können Sie auch direkt einen Statiker beauftragen. Bei Statikerfinden.de wird Ihnen bei der Wahl des richtigen Partners geholfen.

Weitere Leistungen des Statikers

Eine weitere wichtige Leistung des Statikers ist die Beweissicherung. Gerade dann, wenn im Zuge von Bauarbeiten eventuell mit Beschädigungen von Anliegergrundstücken bzw. anderen Gebäuden gerechnet werden muss.

Das betrifft beispielsweise Abrissarbeiten von Gebäuden, die sich in einer geschlossenen Häuserzeile befinden.

Ebenso stellen Tiefbauarbeiten, die eine Grundwasserabsenkung erforderlich machen, entsprechende Risikofaktoren. Auch eventuelle Schäden durch erforderliche Rammarbeiten, die mit erheblichen Erschütterungen verbunden sind, werden durch die Berechnungen von Statikern minimiert.

In der Vergangenheit ist deutlich geworden, dass nach Bauarbeiten in unmittelbarer Umgebung von Gebäuden diese von den Eigentümern besonders gründlich begutachtet werden. Oftmals kommt es dann zur Feststellung von Schäden, die die Folge der Bauarbeiten sein sollen. Daher ist die Beweissicherung so wichtig, um dokumentieren zu können, dass die Schäden bereits vor Baubeginn vorhanden waren.

Besonders bei Tiefbauarbeiten an großen Straßenzügen werden etwaige Schäden häufig unberechtigt diesen Tiefbauarbeiten zugeordnet. Da Bauunternehmen die daraus resultierenden erheblichen Belastungen fürchten, kommen auch hier die Statiker zum Einsatz. Nur so kann bewiesen werden, dass bereits vor Baubeginn die Schäden vorhanden waren, um so unberechtigte Schadenersatzforderungen sicher und schnell abwenden zu können.

Kosten reduzieren durch einen Statiker

Ein Statiker, der “bauvorlageberechtigt” ist, bietet mitunter einige Vorteile. Wie unter anderem auch der Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer Baden-Württemberg erkannte, wird die gestalterische Kompetenz eines Statikers im Allgemeinen durchaus auch verkannt. Oft arbeiten sie mit größerer Flexibilität, und vor allem auch mit gestalterischer Freiheit bei Neu- und Umbauten.

Oftmals werden hier bei der Berechnung tragender Bauteile große, stützenfreie Räume geschaffen. Dadurch ergibt sich nicht selten für den Bauherrn ein finanzieller Vorteil, da durch optimale Berechnungen die Materialkosten gesenkt werden können. Diese Baustatiker arbeiten nicht mit den sogenannten „Angsteisen“, die sonst sehr häufig vorsorglich als Mehrfachsicherheit verbaut werden.

Schon gewusst? Auch die Beweissicherung ist häufig sehr viel günstiger, als wenn es zur Zahlung unberechtigter Forderungen kommt.

Wie hoch die Kosten des Statikers im Endeffekt sind, regelt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Hier sind auch die Kosten für Statiker in einer Honorartafel aufgelistet. Sowohl Umfang als auch der Schwierigkeitsgrad einer Baumaßnahme entscheiden hier über die Höhe des Honorars.

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